Am nächsten Morgen versorgte und Claude mit einem leckeren Frühstück und danach beschlossen wir eine kurze Meditation zu machen und um Schutz umzulegen, da sowohl Claude als auch ich heftige Träume hatten. Man darf nicht vergessen, dass das Gebiet in Slovenien Kriegsgebiet war. Und man lange Jahre die Grenze nicht überqueren durfte…

Wir fuhren mit dem Auto zum Radlpass und los gings. Allerdings nicht, wie erhofft auf einer Ebene sondern für 2,5 Std. bergauf. Das Gras reichte streckenweise bis zum Bauch. Aber die Natur hat uns ganz wunderbar mit Waldhimbeeren und Heidelbeeren versorgt, die auf langen Teilen der Strecke wuchsen. Ich hatte streckenweise das Gefühl, dass wir bereits den Grenz-Panoramaweg verlassen hatten. Aber Claude und Heidi waren sich sicher. Also ging es weiter bergauf.

Mal ging es durch tiefsten Wald, dann wieder schöneren Wegen wir überquerten eine Wiese.

Die Landschaft war einfach traumhaft schön. Und bei jedem Hügel hoffte ich, dass es doch in einer Ebene weitergehen würde. Aber nichts da – es ging weiterhin bergauf.

Und plötzlich hörten wir das Wasser blubbern. Da war sie. Endlich!!! Die Quelle! Wir waren überglücklich. Ich konnte es gar nicht glauben. Die Quelle befand sich auf österreichischer Seite wie Heidi es geträumt hatte, aber die Kleindenkmäler-Seite sprach von einer Quelle auf slowenischer Seite, was uns etwas verwirrte.
Wir beschlossen uns mit der Quelle zu verbinden und unser Ritual zu machen. Wir schmückten die Quelle, übergaben ihr unsere Gaben. Ich hatte unter anderem Rosen aus meinem Garten, Pfingstrosen, Beifuß und Salbei mit. Heidi hatte Quellwasser aus Glastonbury mitgebracht. Jeder von uns brachte einen kleinen Beitrag und dann verbanden wir uns mit Mama Erde und sangen, was in uns hoch kam. Die Quelle sollte die Anerkennung und Liebe bekommen, die sie verdient. Ich war dreimal so tief berührt, dass mir die Tränen kamen. So schön, tief berührend war es mit diesen zwei wunderbaren Frauen und den Wesen rund um uns.

Nach einer kurzen Jause baten wir die Quelle um eine Gabe und jeder von uns nahm Wasser mit. Es war köstlich. Heidi hatte mich auf eine Idee gebracht. Mir war zu dem Zeitpunkt glaube ich, schon bewusst, dass es noch viele Quellen geben würde. Daher habe ich ein Glas mit dem Quellwasser gefüllt. Das nächste Mal ist es meine Gabe um die Quellen zu verbinden und ich gebe Quellwasser der neuen Quelle dazu.


Da Regen aufzog beschlossen wir zurück zu gehen. Es ging natürlich weitaus schneller als unser Weg hin. Und dankbarerweise setzte der Regen erst ein, als wir schon in unserer Unterkunft waren.
Dort studierten wir die Karte und merkten, dass wir nicht beim Silberbründl sondern beim Krainerbründel waren und dass das Silberbründl (lt. Zeichnung unseres Hausherrn) nur ein paar 100 m entfernt war. Da wir sowieso vor hatten uns am nächsten Tag die slowenische Seite anzuschauen, war das okay.
Später am Abend fragte mich Heidi, was Krainer heißt. Ich erklärte ihr, dass es nur ein Name sei. Namen haben eine Bedeutung meinte Heidi. Also googelte ich wieder einmal. Und wir waren beide darüber erstaunt, was wir da fanden. Krainer heißt auf slowenisch Kranska. Und Gab aus der Flower Code Crew hatte uns gesagt, dass sie klar das Wort Kranjska gehört hatte, als sie sich mit der Quelle verband. Wir hatten alle an Kranjska Gora gedacht. Aber nein, sie hatte den Namen der ersten Quelle gehört, die wir an diesem Tag besucht hatten.
Teil 1: Der Ruf der Silberquelle
Teil 3: Das Silberbründl
Fotos: ©wildflowerwalker.com ; ©www.claudeceramics.com; ©gureas.com