Ich kann Euch gar nicht sagen, wie oft ich diesen Artikel geschrieben und wieder umgeschrieben habe um ihn dann wieder ähnlich der ersten Fassung zu schreiben und wieder zu verwerfen. Mir ist bewusst geworden, dass es mir nicht möglich ist dem Holunder gerecht zu werden. Mother Elder wie ich sie nenne ist so eine wunderbare und auch mächtige Lehrerin, über die es so viel zu erzählen gäbe und um die sich so viele Mythen ranken, dass es mir nicht gelingen mag alles zu erfassen. Aber das ist im Grunde auch nicht notwendig. Ich erzähle meine Geschichte und meine Erfahrung mit ihr.
Zu dem Holunder verbindet mich schon seit Ewigkeiten eine tiefe Liebe. Der Duft ihrer Blätter bringt mich immer wieder zurück in meine Kindheit.
Im nachbarlichen Garten steht ein mächtig großer, schöner Holunderbusch, der höher ist als so manche Gerätehalle. Wenn ich mein Fenster öffne oder das Haus verlasse, werde ich von diesem Anblick begrüßt. Und was für ein schöner Anblick das ist. Im Sommer gibt sie den Eichhörnchen und vielen Vögeln Unterschlupf. Und wenn ich mich raus auf meine Terrasse setze, dann verbinde ich mich immer mit ihr. Ich begrüße sie und danke ihr für ihr sein. Manches Mal halten wir Zwiesprache. Aber meistens lass ich sie einfach nur meine Dankbarkeit und Freude über ihren Anblick spüren. Und so beobachte ich sie während der Jahreszeiten. Ich sehe, wie das Grün beginnt zurückzukehren, erfreue mich über den Anblick ihrer wunderschönen weißen Blüten und im Herbst über ihre großen, roten Früchte. Im Winter sehe ich ihr kahles Wesen. Wenn ich sie betrachte, huscht immer ein Lächeln über meine Lippen.

Vor einigen Jahren, als ich begann mich mit der Pflanzenkommunikation zu beschäftigen, war sie die erste Pflanze, mit der ich ein Pflanzenritual gemeinsam mit Freundinnen hielt. Es war ein wunderbarer gemeinsamer Abend.
Ich nehme sie als ein freundliches, hilfreiches Wesen wahr. Mütterlich, nährend, sehr weiblich. Sie kann auch sehr bestimmend sein. Bei einer meiner ersten Begegnungen mit ihr war ich innerhalb von Sekunden mit meinen Ahninnen verbunden und auch mit meiner eigenen Kraft. Es war so schnell und so heftig, dass ich erschrak. Es sollte noch einige Jährchen und einiges an Schattenarbeit dauern, bis ich annähernd mit dieser Kraft in Verbindung stand. Sie kann liebevoll und auch ganz klar, richtungsweisend sein, wenn wir bereit sind ihr zuzuhören.
Als ich für meine Spagyrik Ausbildung 7 Basis Tinkturen anfertigen sollte, war sofort klar für mich, dass Holunder eine der Tinkturen werden sollte. Ich entschied mich für die Holunderblüten als spagyrische Mond-Tinktur und für die Beeren als Saturn-Tinktur.


Da unsere erste Begegnung mich stark mit meinen Ahninnen in Verbindung brachte, erwartete ich dass sich Mother Elder rund um Samhain meldet. Die Zeit kam und verging und noch immer kein Holunder, der an meine Tür klopfte. Ich arbeitete mit anderen Pflanzen weiter und plötzlich kurz nach Weihnachten, wo ich eigentlich in die Stille gehen wollte, nahm ich sie ganz klar wahr.
Meine Freude war groß. Frau Holle in den Rauhnächten. Wie passend. Im Regenbogenmedizinrad ist der Norden (der Winter) auch der Platz der Ältesten und der Weisen. Dort ist auch die Klarheit beheimatet. Ich freute mich sehr. Ich freute mich mit Frau Holle (Holunder ist der Baum der großen Erdgöttin) zu verbinden und klare Botschaften zu empfangen. Nach und nach wurde mir auch bewusst, dass zu dem Zeitpunkt das Sternzeichen des Steinbocks herrschte. Der Steinbock ist dem Element Erde zugeordnet ist und sein Herrscher ist der Saturn. Auch passend! Wie passend erfuhr ich erst nach und nach.
Die Spagyrische Tinktur sollte erhöht werden zu einer (fast) Essenz. Die Botschaft war klar. Also nicht nur kalzinieren sondern auch destillieren war angesagt.
Und so machte ich meine erste schamanische Reise zum Holunder (Mother Elder). Ihre erste Botschaft war, dass ich mich mit meinen Ahninnen verbinden sollte. Hier waren nicht nur meine direkten Vorfahren sondern auch andere Frauen, Lehrerinnen gemeint. Ich sollte mich auch wieder stärker mit meiner Weiblichkeit verbinden. Ein Thema, das leider im letzten Jahr zu kurz kam.
In der 2. Reise merkte ich wie ich hin und her hüpfte, ich kam nicht zur Ruhe. Und plötzlich war ich von Dunkelheit umgeben. Nicht diese schöne, wohlige Dunkelheit, die sich geborgen anfühlt und die ich so liebe. Es fühlte sich an, als würde dunkles Wasser über mir zusammen schwappen. Ich war verunsichert und ich spürte Angst. Ich dachte nur, was soll das. War es doch so konträr zu all meinen Erwartungen.
Bald durfte ich erkennen, was damit gemeint war. Ich wurde die nächsten Wochen mit alten Mustern, Ängsten, ungelösten Familienmustern, Grenzen, die ich nicht klar setze, mit Strukturen, die für mich nicht mehr passten, mit Firmenthemen, Erwartungen der Gesellschaft, mit privaten Themen und Themen mit Freunden konfrontiert. Es wurde ein Stein nach dem anderen umgedreht, den ich betrachten sollte.
Es war ein auf und ab, ein Gefühlschaos. Nicht zu schlimm, aber doch anstrengend. Dazu kam, dass ich körperliche Symptome und schlaflose Nächte dank hormoneller Umstellung hatte. Ich konnte bei all den Themen keinen roten Faden finden. So sehr ich mich bemühte, es ergab keinen Sinn für mich. Es fühlte sich wie dieser dunkle schwarze Klumpen an: der übrigens von der Kalzination des Holunders stammte:


Als ich diesen Klumpen mörserte, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich dabei war alte Strukturen zu zerstören. Eine interessante Empfindung. Und es fühlte sich gut und befreiend an.
Und als ich eines Abends im Auto irrtümlich auf ein Audiobuch klickte, viel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen. Der Titel des Audiobooks lautete „Die Weisheit der Menopause“ von Christiane Northrup. Ich musste lachen und auch wenn ich keine Lust hatte dieses Audiobook zu hören, ich tat es dennoch. Und da waren sie plötzlich all meine Themen. Langsam Schritt für Schritte kamen sie in mein Bewusstsein und ich begann endlich zu verstehen.
Es waren nicht viele einzelne Themen, sondern es war ein großes Thema, dass all das mit einschloss. Menopause! Bzw. Postmenopause! Mother Elder und Saturn waren für mich perfekt, um mir all das aufzuzeigen.
Ich befinde mich schon länger auf dieser Reise, aber irgendwie wollte ich so weitermachen wie bisher. Ich hatte all die Warnungen über Bord geworfen. Und keine Ahnung, wie ich mit meinen plötzlich auftretenden körperlichen Symptomen umgehen sollte. Ich fing an mich hilflos und alt zu fühlen. Ich war auch in dem Gedankengut der Gesellschaft gefangen, obwohl ich es doch besser wissen sollte. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Wissen und Erleben. Mir wurde erst jetzt zum ersten Mal so wirklich bewusst, dass ich mich in einem großen Transformationsprozess befinde. Und Mother Elder machte mir klar was das bedeutet.
Ich befinde mich also in meinem eigenen Kalzinations – und Destillations-Prozess, indem es um Scheidung von Altem, das nicht mehr zu mir passt und das Erhöhen meines Seins, auf die nächste Lebensstufe geht. Und ich habe das Gefühl, es geht auch um das Hervorheben meiner Essenz. Was das alles bedeutet werde ich mit der Zeit erfahren, dessen bin ich mir sicher.
Die Erkenntnis war befreiend. Pflanzen geben uns Hinweise, unterstützen uns durch unsere Prozesse. Wie wir den Weg gehen, liegt an uns. Es ist unsere eigene, freie Entscheidung.
Gestern war mein 3. Versuch zu kalzinieren. Nach all dem hoffte ich es endlich zu schaffen, dass die Asche weiß wird. Weiß wie Schnee 😉. Das war mir wichtig.
Und ich begab mich erneut auf eine schamanische Reise. Mother Elder brachte mich auf einen Bergrücken. Vor mir lag unendliche Weite. Sie bat mich, mit der Weite zu verbinden. Ich begann mich unwohl zu fühlen. Zu weit, zu offen, zu unsicher. Ich wollte zurück in meinen inneren Garten zu meinen Ahninnen. Doch Mother Elder bat mich weiter sitzen zu bleiben. Sie stand hinter mir und legte ihre Hand beruhigend auf die rechte Schulter und so saß ich. Ich verband mich mit der Weite und ich begann zu verstehen, dass es meine Wahl ist, ob ich in die Enge zurückkehre oder mich täglich mit der Weite verbinde. Denn das war ihr Hinweis, dies täglich zu tun. Langsam veränderte sich die Unsicherheit in Neugierde, Neugierde auf das, was sich da noch zeigen würde, Neugierde und auch Freude auf das Neue, auf das was vor mir liegt. Und da war auch plötzlich das Gefühl von Abenteuer.
Plötzlich begann ich mich in einen großen Holunder-Baum zu verwandeln. Ich war ein großer stattlicher Baum. Überall hingen rote Früchte an mir (als Baum). Und Mother Elder meinte „Schau, das sind 1000e von Möglichkeiten…..




